Willkommen im Kunderbunt der Retrospektive


Allerlei und durcheinander,

so wie es sein soll oder eben erlebt wird.

25 Juli 2013

Einfach nur traurig

Meine Konsequenzen stehen fest, ich kündige!!!!!!!!!!!

Vor ca. 5 Wochen habe ich eine Fehlermeldung über mich selber im Betrieb abgegeben.
Einerseits kann ich seit Wochen nicht mehr auf die Bedürfnisse, Wünsche und Ressourcen der Bewohner eingehen, da wir einfach knapp an Personal sind (jede Woche sind eine oder zwei Personen krank). Und so müssen wir funktionieren. Teilweise Arbeite ich an einem Tag auf allen Stationen, habe dementsprechend mit knapp 40 von ca 60 Bewohnern zu tun. Informationen bekomme ich nicht genügend, so erfahre ich oft durch Zufall das er/sie (z.B. Gestern) gestürzt sei und Schmerzen habe.
Anderseits ist es schon seit längerem kein angenehmes Arbeiten mehr wenn man einen Tag Spät-, dann Früh- und schlussendlich noch geteilten Dienst hat. Bei geteilten Diensten bin ich von 5.30 Uhr bis mindestens 20.15 auf den Beinen oder eben unterwegs. In den Mittagspausen penne ich nur noch, abends koche ich noch was und leg mich dann auch schlafen.

Ich hab Vorschläge gebracht, ob es nicht möglich sei Blockzeiten und Dienste einzuführen. Für jede Art von Änderungen seien sie offen und Dankbar. Der Heimleiter war sehr überrascht, als er hörte, dass so ein Durcheinander an Diensten sei. Mir ist sehr wohl bewusst, dass in einer kleinen Institution, bei welcher auch nicht so viele Mitarbeiter sind, gerade in unserem Beruf, es äußerst schwierig wird, jedem gerecht zu werden. Und bei den Freiwünschen die wir noch haben, gerecht zu planen.
Letzte Woche kam unabhängig eine Diskussion bei einem Plenum  auf, dass doch angestrebt werden sollte, die Dienste anders zu gestalten und nicht bei hohem Arbeitsaufwand noch Personal abzuziehen. Danach kam von der Pflegedienstleitung promt die Antwort, wir belassen es im Moment so wie es ist.

Vor ca. 3 Wochen ging ich kurzum an einem Morgen zur PDL um bei einer Mitarbeiterin ein gutes Wort einzulegen, welche doch erst 4 Tage bei uns Arbeitet und eigentlich 2 Wochen Einführungszeit hätte und trotzdem eingesetzt wird, als wäre sie schon Monate bei uns. Diese Mitarbeiterin hat noch nie in einem Pflegeberuf gearbeitet. Die zweite Person, welche auch erst kürzlich angefangen hat, bekam diese 2 Wochen und mehr. Arbeitet aber schon Jahre in diesem Beruf. Die Antwort darauf kam auch promt: Ach es ist schon in Ordnung, wenn sie so ins kalte Wasser geworfen wird.

Vor 1 1/2 Wochen habe ich bei einem Gespräch in einem Bewohnerzimmer gehört wie eine Pflegende der Bewohnerin sagte: Ihre Tochter hat schon nicht alle Tassen im Schrank, wenn sie Sie wegen nichts notfallmässig  ins Spital einliefert. Aber der Apfel fällt nicht weit vom Stamm ......... (so ungefähr war der Wortlauf). Abends sagt dieselbe Mitarbeiterin im Speisesaal vor mehreren Bewohnern: Ich gehe sie jetzt holen und bring sie zu Bett. Die gehört eigentlich ins Krematorium........
Später sagte ich zu einer anderen Mitarbeiterin in Anwesenheit einer anderen Bewohnerin: ich finde sie sieht Heute sehr schlecht aus..... Mitarbeiterin vor der Bewohnerin: ja sie sieht aus wie ein Zombie.....
Hallo??? Hab ich ein Problem???

Ich sagte dies und noch ein paar Dinge mehr (Bewohner dürfen nicht auf Toilette wenn sie den drang verspüren, oder dürfen sich am Nachmittag um 15.00 Uhr nicht mehr ins Bett legen) der Stationsleitung, welche sehr empört darüber war und fragte sie wie ich damit umgehen solle. Ich wäre aber nicht bereit diesen Mitarbeitern und noch dazu ihren "guten" Freunden im Betrieb danach ausgesetzt zu sein und wolle dass dies diskret behandelt werde.
Vier Tage später wurde ich von einer dieser Mitarbeiterinnen überaus freundlich  angesprochen, ob ich vielleicht letzte Woche ein wenig Stress gehabt hätte, die Pflegedienstleitung hätte sie gefragt... aber ansonsten nichts erzählt.
Die andere Mitarbeiterin verhält sich mir gegenüber plötzlich auf Distanz und stellte mich bloß.
(Wie soll ich das jetzt aufnehmen??)

Am selben Tag einige Stunden später, sagt mir die Stationsleitung sie hätte mit der PDL gesprochen und die habe ihr ausgerichtet, ich soll doch in Zukunft die Feedback regeln beachten und direkt mit den Mitarbeitern darüber sprechen. Tja ich hab der Mitarbeiterin, welche die Aussage machte -nicht alle Tassen im Schrank- kurzum darüber gesprochen. Sie war sich nicht bewusst, etwas falsches gesagt zu haben und meinte: die Bewohnerin vergisst sowieso was ich ihr gesagt habe.......

Unter solchen Umständen mag ich mit niemanden mehr im Betrieb über irgendwas diskutieren. Mich dauern einfach nur die Bewohner, welche dem in Zukunft ausgesetzt sein müssen.
Auch frage ich mich wie viel die Heimleitung davon weis und tolerieren würde.

Bin ich dazu verpflichtet mir diesbezüglich bei einem Ombudsmann oder wie auch immer zu melden... oder sehe ich die ganze Angelegenheit zu eng......

Mein innerstes sagt ganz klar, so nicht !!!!!!!!!










Kommentare:

Axel hat gesagt…

Huhu Cathy!

Das klingt nicht gerade rosig was du schreibst. Ich kenne bestimmte Zustände nur vom Hören und Sagen und kann es dementsprechend nur beurteilen.

Ich würde mal sagen, dass es die Auswirkungen von Sparpolitik sind. Ist in DE auch nicht viel anders. Ich finde es hierzulande immer seltsam, wenn Einrichtungen mit GmbH enden.

Ich sage nur Biopsie bei meinem Vater. Stand extra Risikopatient auf dem Schein und wird halbblutend entlassen. Hört schon von alleine auf und dann wenig später ein Kreislaufkollaps zu Hause, aufgrund von Blutmangel. Später selbes Spiel, wenn was ist, kommen sie einfach wieder her. Toll, nachts Schmerzen und angerufen. Müssen sie herkommen. Nur gut dass ich zugegen war. Hab mich natürlich geweigert, selbst 35 km zu fahren. Notarzt, Krankenwagen und dann selbst hinterher gefahren.

Mit etwas Druck ging es dann später besser vonstatten. Das ist die Sicht eines Patienten.

Auf der anderen Seite hört man immer wieder durch die Blume, dass man einfach nur überfordert ist. Man kommt einfach nicht mehr nach, Patienten zu versorgen. Das Personal sind auch nur Menschen und keine Götter in weiß.

Wenn man jetzt nur noch nachdenkt, löst das todsicher Depressionen aus. Klar, man kann jederzeit das Personal austauschen und neue Aufgaben annehmen, aber es ändert nichts an den Tatsachen.

Irgendwann möchte niemand mehr diesen Job übernehmen und dann? Ich wäre für einen Strukturwandel und dass mehr Menschen konstruktiv darüber reden und sich was ändert.

Ich wünsche dir jedenfalls viel Kraft für deine Entscheidungen. Abnehmen kann die dir keiner, ich drück dir ganz fest beide Daumen!

Cathy hat gesagt…

Danke Axel, kann ich gebrauchen.. Augen zu und die letzten 3 Monate durch.

In diesem Job ist es schon jetzt schwer, dass ihn noch jemand übernehmen möchte. Immer wieder werden Leute eingestellt, die man zu nichts gebrauchen kann.
Ich will ja nicht, dass diesen Leuten gekündigt wird. Ich wollte nur dass ihnen die Augen geöffnet werden und sie nicht mehr so mit Bewohnern umgehen. Aber sie zurecht zu weisen ist bestimmt nicht meine Aufgabe.

Ich kann nur Imput's weiter geben, was damit angefangen wird, ist schlussendlich nicht an mir. Aber es stört mich immens.
Ich spiele schon seit ca 1 1/2 Monaten damit, die Stelle zu wechseln. Hab auch schon ein Angebot, welchem ich zusagte.

Die Kündigung fiel kurz und bündig aus, ohne Begründung warum oder wieso. Sollte eigentlich Heute angekommen sein. Übermorgen werde ich bestimmt darüber angesprochen und wenn nicht, soll`s mir auch recht sein.

Was mir mehr zu schaffen macht, ist mein bewilligter und teils schon bezahlter Urlaub. Überzeit und Resturlaubs-Tage hab ich genug um diese 2 Wochen nehmen zu können... Die Frage ist, ob sie mir dies auch geben. Den Urlaub streichen dürfen sie nicht, aber eben dementsprechend kürzen. Mal schauen was daraus wird und was ich danach machen werde.

Axel hat gesagt…

Noch zu erwähnen ... "Junior" hatte dieses Jahr in einem Pflegeheim Praktikum. Hatte ihr Spaß gemacht, aber die Belastung sagte ihr dann doch nicht so zu. Ich meine wenn dir jemand ständig die gleiche Geschichte erzählt, oder man sagen muss, dass der Löffel ein Hilfsmittel zum Essen ist ... nagt es dann doch an der Psyche. Nicht jeder ist dafür geeignet.

Aber finde mal eine Fachkraft mit entsprechender Eignung. Und ja, dann macht man vieles einfach selber. Ich meine man hat ja auch Verantwortung und es geht eben auch um Menschenleben.

Kraft ... Bei allen Notwendigkeiten des täglichen Lebens, muss wenigstens noch der Kopf frei sein. Was bringt eine "nervige Cathy", die dann sozusagen ihr privates Umfeld noch infiziert, weil der Job einen vereinnahmt!? Die Auswüchse merkt man oft erst, wenn es (fast) zu spät ist.

Ich glaube aber ganz fest daran, dass du diese Prüfung auch bestehen wirst. Ich meine du hast ja schon ganz andere Dinge im Leben gelöst. Daran sollte man sich wohl dann in solchen Situationen wieder erinnern.

Cathy hat gesagt…

Auch meinerseits noch zu erwähnen: ich hab natürlich eine neue Arbeitsstelle.
Leichtsinnig bin ich nicht und kündige einfach.

ABER.... ich hätte es auch ohne Stelle gekündigt.

Na ja, interessieren tut es in der Leitung niemanden. Ich denke die sind nur froh gehe ich und halte bis dahin die Klappe.