Willkommen im Kunderbunt der Retrospektive


Allerlei und durcheinander,

so wie es sein soll oder eben erlebt wird.

18 August 2007

Hmmm ich denke nach .....

Gesternabend war ich richtig wütend auf meine Tochter und hab ihr das okay gegeben zum Auszug. Ein fataler Fehler oder einfach nur Übervorderung meinerseits. Schon oft führten wir Disskusionen, dass dies und jenes so nicht gehe, resp. ich sprach und Sarah machten einen Kopf dazu.

Toll wie soll man in einer Wohung mit 64 Quatratmetern leben, wenn zwei resp. im Moment noch fünf Katzen da sind. Ein Zimmer immer geschlossen bleiben muss, weil eine solche Unordnung herrscht, dass man Angst kriegen muss, den Katzen passiert dort was. Wenn man anfängt zu kochen mitten in der Nacht, alles danach liegen lässt, auch Essreste und das Gefühl hat, man könne es nach zwei-drei Tagen erst verräumen und abwaschen. Wenn man nicht fähig ist, der Mutter zu sagen ob man jetzt zu Hause isst zum Abendessen, vieleicht kommt oder auch nicht. Wenn Mutter kocht, Tochter kommt nach Hause und sagt im gleichen Atemzug: ich bin dann nicht da zum Essen. Wenn man nicht gewillt ist, irgendwas zum gemeinsamen, konstruktiven Leben beizutragen, auch wenn es nur einmal wöchentlich Staubsaugen oder so was ist. Wenn man die Gefühle der Mutter nur belächelt und glaubt man sei immer im Recht. Wenn man in der ganzen Wohnung irgendwelche Dinge verstreut, liegen lässt und dann nicht mehr findet. Wenn man glaubt, zum Dank dafür, zahle die Mutter noch ein GA (Bahnabonnement damit man keine Billette mehr zahlen muss; welches jährlich ca. 1600 Franken kostet). Wenn man der Mutter immer verspricht, ich gebe dir etwas für den Unterhalt ab, auch wenn es nur 100 Franken monatlich sind. Das sind nur einige Punkte.... aber es genügt.
Immer tanzt sie mir auf der Nase rum, ich verzichte deswegen auf sehr vieles, gestern war genug. Da sie mir eh nicht mehr antwortet wenn ich ihr aufs Natel telefoniere, schrieb ich ihr: "Heute ist doch ein guter Tag zum Auszug." " Warum ?" "Weil mich deine Art und Weise nervt." "Wieso?"
Eine Stunde später kam sie dann nach Hause und eröffnete mir, das am Samstag um 11.00 Uhr ein Umzugswagen hier vor der Haustür stehen würde.

So ist sie tatsächlich eben jetzt ausgezogen. Was habe ich anderes erwartet? Sie will ja schon länger nicht mehr hier sein, weil ich eben immer an den oben genannten Punkten rumnörgelte. Dieser Entscheid mit der Verkündung meinerseits, kam ziemlich berechnend. Denn ich hab jetzt 9 Wochen Schule, in der Zeit wird sie 18 und an ihrem Geburtstag will sie eh ausziehen. So habe ich es unter Kontrolle und sehe was alles mitläuft und was nicht. Ein weiterer Punkt in ihrem Leben, entscheiden und auseinanderhalten was ist deins, was ist meins........

Aber der Gipfel kam eben gerade per SMS. Da sie erst in 28 Tagen 18 würde, hätte ich ihr pro Tag 20 Franken Unterhalt zu zahlen. Mache insgesamt 700 Franken. Tja ich zählte ihr auf, was ich schon alles für sie gezahlt hätte und danach kam die Antwort: Also lassen wir es.

Nun dann wünsche ich ihr alles Gute und ich hoffe sie wird endlich ein wenig Verantwortung für ihr Leben übernehmen.

Wie es mir jetzt und dabei geht? Ich kann es nicht sagen. Einerseits bin ich froh, andererseits weiss ich, dass es nicht gut kommt. Ihre Ausbildung wird auf dem Spiel stehen und sie wird am Existenzminimum leben müssen. Aber auch dass muss gelernt sein und wohl selber erfahren werden.......

Kommentare:

Locutus hat gesagt…

Ohne was zu sagen. Ich weiß genau was du meinst und kann es voll verstehen.

Ich sage nur kurz chatten wollen und dann bis früh am Morgen weitermachen. Solche Gespräche sind ehrlich und geben dir hoffentlich auch irgendwo Mut. Du schaffst das schon!

Gruß
Axel

Astrid hat gesagt…

Hallo Cathy,
so richtig kann ich dazu auch nichts sagen, denn wie sollte ich auch? Ich war noch nie in dieser Situation, kann also auch nicht so genau nachempfinden, wie es Dir geht, wie auch? Aber ich bin mir sicher, dass Du mit Deiner Tochter einen Weg finden wirst, eine Basis auf der ihr Euch treffen und Eure Unstimmigkeiten bereingen könnt. Sie ist Deine Tochter und ob sie will oder nicht, sie ist ein Teil von Dir.
Kopf hoch, Cathy! Ich wünsch Dir viel Kraft!

Viele Grüße
Astrid

Cathy hat gesagt…

Hmm ich denke, es hat nichts damit zu tun, wer welche Unstimmigkeiten bereinigen soll. Jede von uns fühlt sich im Recht, hehe, ich bin ein Sturkopf, von wo sie dass wohl hat???
Aber es braucht mich Kraft und Energie und die habe ich fast nicht mehr. So musste ich eine Konzequenz ziehen, welche ich ihr schon einige mal an den Kopf geworfen hab. es kann nach wie vor nicht sein, dass dir ein Kind auf der Nase rum tanzt und macht was es will. Ein wenig Akzeptanz ihrerseits und wäre es nur ein wenig gewesen, hätte schon vieles anders herbei gebracht. Nun vieleicht brauchen wir beide diese Lehre.