Willkommen im Kunderbunt der Retrospektive


Allerlei und durcheinander,

so wie es sein soll oder eben erlebt wird.

30 März 2007

Religion in meiner Familie

Erstaundlich das meine Haltung so ist, so wurde oder so entstanden ist.

Ich mag mich als kleines Kind erinnern, wie es war.

Meiner Grossmutter ihr Bruder ist in den 40 Jahren nach Australien ausgewandert. Als Missionar vom Brüderverein.

Eigentlich ein sehr bewundernswerter Entscheid und doch von vielem Getrübt. So wussten sie nicht wo genau ihre Aufgabe anfangen sollte. Es war eine Reise ins Ungewisse, mit wenig Zukunft und für immer. Eine Schiffsreise von über 5 Monaten, alles in Container verpackt, um in Australien von ihrem ganzen Ersparten beklaut zu werden. Es gab kein Zurück mehr.
Aus alten Fotos weis ich, dass sie sich dort irgendwo in der Wildnis eine eigene Farm aufgebaut hatten, um das Wort Gottes anzupreisen.

So kam es, als ich etwa 6 Jahre alt war, dass sie uns besuchen kamen. Die Familienstimmung muss sehr getrübt gewesen sein. Ärgerliche Grosseltern, Eltern, weil mich doch dieser Grossonkel gerne in Australien gesehen hätte und mich irgendwann mitnehmen wollte. Als Kind bist du empfänglich für so was und ich gab ein Versprechen.

Mit knapp 17 Jahren sah ich sie dann wieder. Ich wurde regelrecht bearbeitet, gab ich doch einst ein Versprechen. Als Jugentliche ist aber auch dein Weltanschaungsbild total verändert. Die Forschung beginnt, du fühlst dich sicherlich nicht dem hingezogen was andere gerne von dir hätten. Natürlich sagte ich ab, aber mit dem Versprechen, dass ich sie irgendwann besuchen würde. Mir machte dies Geschichte regelrecht angst.
In der Zwischenzeit sind beide verstorben und ich war nie in Australien.

Meinen Eltern war es nie ernst in die Kirche zu gehen. Bestimmte anerkannte Rituale wurden aber erfüllt oder ausgelebt. So wurden wir getauft und hatten unsere Konfirmation. Hochzeiten und Beerdigungen wurden in der Kirche besucht. Dass wars.

War die ganze Geschicht mit meinen Verwandten so abschreckend? War es ein Eigenschutz um uns davor zu behüten? Mir bezüglich schweben solche Gedanken durch den Kopf. Warum sonst hätten sie uns genau so erzogen...

Wahrscheinlich hat mich das auch stärker geprägt, als ich es mir gewünscht hätte. Vieleicht ist auch dadurch meine Haltung gewachsen, meine Eigenständikeit zum Glauben. Besser als es mir meine Eltern übermittelt haben und ihene Bewusst war. Ich distanziere mich klar von einer Ansicht, interessiere mich aber sehr stark für vielfältige Ansichten.

Es macht die Welt anschaungswürdiger und erklärbarer. Wenn auch nur für mich.

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